Berlin

Aus slawischen Siedlungen hervorgegangen und vor 770 Jahren erstmals urkundlich erwähnt, wurde Berlin 1701 Hauptstadt des Königreichs Preußen und 1871 deutsche Reichshauptstadt. Preußen wurde zwar schon von 1740 bis 1786 von einem schwulen König regiert (Friedrich II.), doch Berlins schwule Karriere begann erst hundert Jahre später. In den 1920er Jahren (den ›Goldenen Zwanzigern‹) galt Berlin bereits als die Metropole in Europa mit der lebendigsten und vielseitigsten schwulen Subkultur.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde Berlin zu einer geteilten Stadt: West-Berlin wurde von den USA, Großbritannien und Frankreich kontrolliert, Ost-Berlin von der Sowjetunion. West-Berlin wurde trotz seiner Insellage inmitten der kommunistisch regierten DDR wieder zur schwulen Metropole Deutschlands. Nicht nur wegen der Größe der Stadt mit etwa 3 Millionen Einwohner, sondern zum Teil auch, weil sich viele junge Männer der Wehrpflicht in der BRD durch Umzug nach West-Berlin entzogen. Nach der Legalisierung homosexueller Kontakte 1969 wuchs die Gay-Szene in West-Berlin rasch an und es entwickelte sich eine aktive Schwulenbewegung.

Ost-Berlin wiederum war Anziehungspunkt für viele Schwule in der DDR. Die juristische Situation der Schwulen in der DDR war die fortschrittlichste innerhalb des Ostblocks, ein Recht zur Organisierung von schwulen Interessenvertretungen aber gab es in dem autoritären Staat freilich nicht. Toleriert wurde nur eine kleine und meist verborgene Schwulenszene in einigen Bars, Kneipen und Parks. Ab Mitte der 1980er Jahre verbesserte sich die Situation deutlich und Höhepunkt dieser Entwicklung war der Film ›Coming Out‹ – dessen Premiere ironischerweise in der Nacht stattfand, als in Berlin die Mauer geöffnet wurde und die Wiedervereinigung Berlins ihren Anfang nahm.

2001 wurde mit Klaus Wowereit erstmals ein offen schwuler Politiker zum Oberbürgermeister von Berlin gewählt. Um dem geplanten Outing durch seine konservativen Gegner im Wahlkampf zuvorzukommen, outete er sich selbst mit dem kultgewordenen Satz ›Ich bin schwul, und das ist auch gut so‹.

Traditionelle Schwulenviertel in Berlin sind Schöneberg(wo es schon in den 1920er Jahren Ballhäuser für Männer gab) und Kreuzberg, beide im Westen der Stadt, sowie der Prenzlauer Berg im Osten. Nach dem Mauerfall entstanden zudem auch in Mitte und Friedrichshain eine ganze Reihe von Bars und großen Clubs.

Berlin bietet euch eine vielzahl an Cafés, Bars und Clubs. In der Metropole Deutschlands stehn euch alle Türen offen und neben den zahlreichen Lokalitäten finden noch die Events Gay - Pride und Folsom - Europe in Berlin statt.

 

Folgende Szenelokalitäten empfehlen wir euch:

 

Cafés:

 

1. "men and media" in der Nollendorfstraße 23

- Gay Internet - Café im schwulen Viertel von Berlin - Schöneberg

2. "More" in der Motzstraße 28

- modernes Ambiente, im Sommer mit Straßenterrasse. Vorwiegend schwules Publikum.

3. "November" in der Husemannstraße 15

- gayfreundliches Café und Restaurant im Prenzlauer Berg. Deutsche und internationale Küche.

4. "Schall und Rauch" in der Gleimstraße

- gayfreundlich. Café und Restaurant mit internationaler Küche, inklusive einer Auswahl an vegetarische Gerichten

 

Bars:

 

1. "Bärenhöhle in der Schönhauser Allee 90

- Bären - freundliche Kiez - Bar im Prenzlauer Berg

2. "Greifbar" in der Greifenhagener Straße 10

- Cruising - Bar mit Videos, Darkrooms und ein paar kleine Kabinen

3. "Große Freiheit" in der Boxhagener Straße 14

- Seemannsbar - Ambiente und Cruisingbereich

4. "Hafen" in der Motzstraße 19

- schon seit 1990 eine der beliebtesten schwulen Bar in der Gegend.

5. "Maxxx" in der Fuggerstraße 34

- Gay Bar in Berlin - Schöneberg

6. "Möbel - Olfe" in der Reichenbergerstraße 177

- angesagte Bar, gayfreundliches Kreuzberger Publikum

7. "Prinzknecht" in der Fuggerstraße 33

- eine der beliebtesten schwulen Bar in Berlin - Schöneberg, mit einer guten Mischung aus Berlinern und Besuchern. Im Sommer mit Straßenterrasse

8. "Reizbar" in der Motzstraße 30

- schwule Cruising - Loungbar in Berlin - Schöneberg

9. "Schoppenstube" in der Schönhauser Allee 44

- Berlins älteste noch existierende schwule Bar. Freitags und samstags mit kleiner Tanzfläche im Keller.

10. "Angels" in der Courbierestraße 13

- schwule Tabledance - Bar

 

Clubs:

 

1. "Berghain" am Wriezener Bahnhof

- Gayfreundlich. hard House, Techno und Lagerhaus - Ambiente. Gemischtes Publikum. Verbunden mit der Panorama Bar.

2. "Connection" in der Fuggerstraße 33

- oben Disco und House, unten großes Cruising - Labyrinth.

3. "Die Busche" am Warschauer Platz 18

- Berlins größte Disco für Schwule und Lesben. Mainstream - Musik und junges Publikum.

4. "Panoramabar" am Wrienzener Bahnhof

- Gayfreundlich. Anspruchsvolle, progressive Dj Auswahl.

5. "SchwuZ" am Mehringdamm 61

- das soziokulturelle Zentrum für Schwule und Lesben in Berlin. Freitags und samstags Partys mit verschiedenen Musikrichtungen.

6. "ZMF" in der Brunnenstraße 10

- gay - oder gayfreundliche Underground Partys

 

sonstige Freizeitmöglichkeiten:

 

1. "Apollo Splash Club" in der Kurfürstenstraße 101

- größte schwule Sauna in Berlin

2. "Boiler" am Mehringdamm 34

- neue, moderne schwule Sauna in Berlin - Kreuzberg.

3. "Gate Sauna" in der Hannah - Arendt - Straße 6

- nur 300m vom Brandenburger Tor entfernt